Allergie-Stress

Allergische Reaktionen verstehen

Stand: 29.07.2021 (21.07.2021)

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Fast jeder dritte Mensch in Deutschland ist von einer Allergie betroffen. Sie kann leicht oder auch schwer ausgeprägt sein, doch alle Allergien schränken die Lebensqualität ein. Am weitesten verbreitet ist die Pollenallergie. Aber wie entsteht eine Allergie überhaupt und was kann man tun, um die Symptome zu lindern? In diesem Beitrag fassen wir die wichtigsten Informationen über Allergien zusammen.

Eine Allergie ist eine fehlgesteuerte Immunreaktion. Die körpereigene Abwehr reagiert dabei auf Substanzen, die eigentlich harmlos sind. Normalerweise richtet sich dieser Mechanismus gegen Bakterien und Viren, um Infektionen zu verhindern. Bei einer Allergie hingegen werden vermeintlich unschädliche Substanzen bekämpft. Schon die kleinsten Mengen eines Allergens können Symptome hervorrufen.

Die häufigsten Auslöser:

  • Blütenpollen
  • Tierallergene
  • Medikamente
  • Nahrungsmittel
  • Insektengift
  • Kosmetika

Die Symptome sind vielfältig:

  • Juckende Augen
  • Niesreiz
  • Atemnot
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Juckende Quaddeln und Ekzeme
  • Atem- und Kreislaufstillstand

Zunächst muss ein wiederholter Kontakt zwischen dem Allergen und dem Immunsystem aufgetreten sein. Diese Phase wird als Sensibilisierungsphase bezeichnet und kann Jahre dauern, bis sie abgeschlossen ist. In dieser Zeit wird die Substanz vom Immunsystem als „gefährlich“ eingestuft und Antikörper gebildet. Dies bedeutet, dass der Körper das Allergen bei erneutem Kontakt bekämpfen wird und ein Abwehrprozess in Gang gesetzt wird. Bei diesem Abwehrprozess entstehen die Symptome einer Allergie. 

Jedes Immunsystem reagiert bei einer Allergie unterschiedlich. Hier unterscheidet man zwischen den zwei gängigsten Formen: Der Sofort-Typ und der Spät-Typ.

Sofort-Typ

Bei einer Allergie vom Sofort-Typ treten die Symptome innerhalb von Sekunden oder Minuten, nach dem Kontakt mit der Substanz auf. Typische Allergien eines Sofort-Typ sind Heuschnupfen, Hausstaub, Tierhaare und Bienen- oder Wespengift. 

Spät-Typ

Die Allergieform des Spät-Typs äußert sich durch verzögert auftretende Symptome, sie setzen meist nach etwa 12 bis 72 Stunden ein. Diese Form tritt unter anderem bei einer Nickel- oder Latexallergie oder bei Medikamenten auf. 

Zytotoxischer Allergie-Typ

Auch eine Allergie, bei der das Immunsystem Antikörper gegen Bestandteile der Körperzellen bildet, ist möglich. Dies passiert bei dem sogenannten zytotoxischen Allergietyp. Die Reaktion kann sich zum Beispiel gegen rote Blutzellen richten, wenn das Blut einer falschen Gruppe übertragen wurde. 

Vasculitis allergica

Ein weiterer Allergietyp kann eine Gefäßentzündung entstehen lassen, die sogenannte Vasculitis allergica. Hierbei bilden sich Immunkomplexe aus Allergenen und Antikörpern, die sich im Gewebe ablagern können. Symptome sind punktförmige dunkelrote Einblutungen an Beinen oder dem Gesäß. 

Utopische Diathese

Zudem gibt es auch eine anlagebedingte Bereitschaft auf harmlose Substanzen mit einer Allergie zu reagieren. Menschen mit dieser Veranlagung, genannt utopische Diathese, leiden häufiger an Heuschnupfen, allergischem Asthma und Nahrungsmittelallergien als andere. 

Gut zu wissen - Zellen, Botenstoffe und Antikörper

Je nach Allergietyp sind Botenstoffe und Antikörper dafür verantwortlich, wie unser Körper nach dem Kontakt mit einem Allergen reagiert. Hier unterscheidet man zwischen Antikörpern, Histamin und T-Lymphozyten.  Die IgE-Antikörper vermitteln bei der Allergie vom Sofort-Typ eine Reaktion des Immunsystems. Bei erstem Kontakt mit der Substanz bildet der Körper die IgE-Antikörper, welche genau gegen das Allergen gerichtet sind.

Histamin ist ein körpereigener Botenstoff und spielt auch bei der Allergie vom Sofort-Typ eine Rolle. Die hormonähnliche Substanz wird in den sogenannten Mastzellen gespeichert und bei Kontakt mit dem Allergen ausgeschüttet

Die T-Lymphozyten spielen bei dem Allergie Spät-Typ eine Rolle, diese greifen die Allergene direkt an und arbeiten mit entzündungsfördernden Botenstoffen zusammen und zerstören während dieser Abwehrreaktion das Allergen. 

  • Wenn möglich, sollte das Allergen gemieden werden. Bei einer Allergie vom Sofort-Typ kann eine allergenspezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung durchgeführt werden. Hierbei wird das Immunsystem an die Allergene gewöhnt, um die Reaktion abzuschwächen. Dies erfolgt über Spritzen, Tropfen oder Tabletten. Die Therapiedauer beträgt 3 Jahre, führt jedoch nicht in jedem Fall zu einer Besserung.
  • Bei einer Pollenallergie können Betroffene die Pollenflugvorhersage (Zur Vorhersagebeachten und nachts die Fenster geschlossen lassen. Auch das Haarewaschen vor dem zu Bett gehen kann helfen Allergene zu beseitigen und die Symptome über Nacht zu lindern. Auch die Bettwäsche sollte regelmäßig gewaschen und nicht im freien getrocknet werden.
  • Zudem können Nasenspülungen oder Meersalz-Nasensprays die Nasenschleimhaut von Allergenen und Schleim befreien und die Symptome lindern. Um festsitzenden Schleim zu lösen und die Sekretbildung zu normalisieren, eignen sich Präparate mit ätherischen Ölen.
  • Ist es möglich Allergien vorzubeugen? Die Sachlage ist nicht gesichert, dennoch sehen Allergieforscher einen möglichen Zusammenhang zwischen übertriebener Hygiene im Kindesalter und dem damit nicht genügend trainierten Immunsystem.

Gut zu wissen - Wie wird eine Allergie festgestellt?

Der Pricktest ist bei einer vermuteten Sofort-Typ-Allergie die häufigste Methode. Hierbei wird die vermutete Allergielösung auf die Innenseite der Unterarme gegeben und die Haut leicht eingestochen. Wenn das Immunsystem reagiert, bilden sich Quaddeln oder die Haut rötet sich.

Ein Bluttest wird häufig ergänzend zum Pricktest durchgeführt, dabei wird die Konzentration der IgE-Antikörper bestimmt. Bei dem Verdacht auf eine Kontaktallergie, wie zum Beispiel auf Nickel bei der Spät-Typ Allergieform wird die Allergenzubereitung für 48 Stunden auf den Rücken geklebt. Auch bei dieser Methode bilden sich im Falle einer Allergie Ekzeme oder Bläschen.

Eine weitere Methode ist der Provokationstest. Hier wird der Allergiker mit dem Allergen konfrontiert, indem die Allergielösung direkt auf die Nasenschleimhaut geträufelt wird. Bei einer Nahrungsmittelallergie wird das Lebensmittel eingenommen, dies findet jedoch nur unter ärztlicher Überwachung statt, falls schwere allergische Reaktionen ausgelöst werden.

  • Antioxidantien können helfen, Entzündungsprozessen im Körper entgegen zu wirken. Wirkungsvolle Antioxidantien sind einige sekundäre Pflanzenstoffe, dazu zählt OPC (Oligomere Proanthocyanidine). Diese sind zum Beispiel in Kernen und der Haut von Trauben enthalten. Auch Astaxanthin zählt zu den stärksten Antioxidantien. Es gehört zu den Carotinoiden und wird von der Grünalge produziert. 
  • Ein verbreitetes antiallergisches Mittel, dass die Behandlung gegen Allergien unterstützen kann, ist das Schwarzkümmelöl. Es hat eine antioxidative, desinfizierende und antimykotische Wirkung. Dies kann sich positiv auf die Atemwege und Bronchien auswirken und ein aus dem Gleichgewicht geratenes Immunsystem wieder beruhigen. Wichtig ist, dass das Öl kaltgepresst ist, damit die wertvollen Bestandteile erhalten bleiben. Empfohlen wird eine Einnahme bereits mehrere Wochen vor dem ersten Pollenflug. 
  • Heuschnupfengeplagten kann Pestwurz helfen, dies ergab eine klinische Studie des Zentrums Allergie und Umwelt (ZAUM) und der zugehörigen technischen Universität. Es wurde festgestellt, dass der Pflanzenextrakt der Pestwurz allergische Symptome verbessert und signifikant lindern kann. Der Extrakt wirkt jedoch nicht nur präventiv, sondern auch im akuten Fall. 
  • Für ein gesundes Immunsystem ist Zink essentiell. Es wirkt regulierend und beruhigt gereizte Schleimhäute durch die Unterstützung der Gewebe Reparatur.

Natürliche Helfer aus dem Reformhaus

  • Schwarzkümmel-Öl Bio, HÜBNER
  • Astaxanthin vegan, RAAB VITALFOOD
  • OPC Forte, RAAB VITALFOOD
  • Zink Forte plus Histidin Lutschtabletten, ALSIROYAL

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