Was kann ich essen?

Nahrungsmittelallergien erkennen und verstehen

Stand: 26.07.2021

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Lebensmittel verursachen bei manchen Menschen Bauchschmerzen, Übelkeit, Atembeschwerden oder Hautreaktionen, wie Jucken, Quaddelbildung bis hin zu Ekzemen, Neurodermitis oder Bartflechte. Ursache dieser Symptome ist meist eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit. Nahrungsbestandteile in diesen Lebensmitteln können im Darm nicht aufgespalten werden, da bestimmte Enzyme zur Verdauung fehlen. Wir liefern einen Überblick über die gängigen Unverträglichkeiten und ihre Behandlungsmöglichkeiten.

Einige Menschen leiden sogar an einer Lebensmittelallergie, die im Extremfall zu einem anaphylaktischen Schock führen kann. Bei einer Lebensmittelallergie funktioniert die Immunabwehr nicht mehr richtig und Botenstoffe im Darm sehen harmlose Proteine als schädliche Stoffe an. Das löst zum Teil schwere allergische Reaktionen, wie Atemnot oder einen Kreislaufzusammenbruch aus.

Wichtig ist, zu unterscheiden, ob es Unverträglichkeit ist oder eine Allergie. Bei einer Allergie können schon kleinste Spuren des Allergens eine schwere körperliche Reaktion auslösen. Wobei man bei einer Unverträglichkeit oft kleine Mengen verträgt.

Mögliche Symptome bei einer Lebensmittelallergie

  • Haut: Rötung, Schwellung, Ekzeme, Nesselsucht (Urtikaria), Juckreiz, Neurodermitis
  • Atemwege: Niesreiz, Schnupfen, behinderte Nasenatmung, Atemnot, Husten, Asthma, Schwellungen im Hals und am Kehlkopf 
  • Augen: Bindehautentzündung, Lidschwellungen
  • Magen-Darm: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Blähungen, Gewichtsverlust
  • Herz-Kreislauf: Kreislaufschwäche mit Blutdruckabfall, Schwindel, im Extremfall anaphylaktischer Schock
  • Sonstiges: Kopfschmerzen (Migräne), Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Unruhe

Quelle: Fachklinik-Allgäu

URSACHEN UND RISIKOFAKTOREN FÜR DIE ENTSTEHUNG

Lebensmittelallergien treten meistens schon im Kindesalter auf und können mitunter lebensbedrohlich sein, wenn die Allergie ganz unvorhergesehen eintritt. Hat man Allergiker in der Familie sollte man auf mögliche Symptome achten und gegebenenfalls sofort einen Arzt aufsuchen. Im Normalfall „verwächst“ sich eine Lebensmittelallergie bis zum 5. Lebensjahr. Dann hat das Immunsystem in den meisten Fällen eine Toleranz entwickelt, die es erlaubt, alle Lebensmittel ohne Probleme zu akzeptieren.

Bisher ist noch nicht genau bekannt, warum bestimmte Allergien entstehen. Eine These besagt, das übermäßige Hygiene im Säuglingsalter und der frühe Konsum von exotischen Früchten oder die Einnahme von Medikamenten dazu führen kann, dass der Körper bestimmte Immunreaktionen auslöst. Am wahrscheinlichsten ist allerdings die genetische Veranlagung. Werden Kinder lange gestillt und danach ausgewogen und gesund ernährt, ist das ein guter Schritt, Allergien vorzubeugen.

ALLERGIEAUSLÖSENDE LEBENSMITTEL

Eier

 

Die Allergene im Ei befinden sich hauptsächlich im Eiweiß. Sie können durch Verdauungsenzyme nicht abgebaut werden. Da sie hitzestabil sind, hilft es auch nicht das Ei zu kochen oder zu braten. Hauptsächlich Kinder vertragen keine Eispeisen, im Erwachsenenalter gibt es meistens keine Probleme.

Erdnüsse

 

Auf die Erdnuss reagieren hauptsächlich Kinder mit einer allergischen Reaktion. Auch hier ist es das Eiweiß, welches vom Immunsystem als schädlich angesehen wird. Verträgt man als Kind keine Erdnüsse, so bleibt diese Allergie oft ein Leben lang bestehen. In vielen Lebensmitteln, gerade in Backwaren und Schokolade, sind oft Spuren von Erdnüssen enthalten. Daher sollte man sich die Inhaltsangaben sehr genau durchlesen.

Fisch und Meeresfrüchte

 

Karpfen, Lachs, Thunfisch, Makrele, Hering und Kabeljau sollten bei einer Unverträglichkeit auf jeden Fall gemieden werden. Bei einer ausgewachsenen Fischallergie können schon kleine Mengen eine schwere Reaktion auslösen, vom Anschwellen der Schleimhäute bis hin zum anaphylaktischen Schock. Auch Krustentiere, wie Shrimps und Krabben können aufgrund bestimmter Eiweiße allergische Reaktionen auslösen. Hier ist es allerdings eher so, dass die Haut anfängt zu jucken oder rot wird.

Brot und Brötchen

Glutenhaltige Lebensmittel werden weltweit in sehr großen Mengen konsumiert. Mit Weizen wird fast 50 Prozent des täglichen Kalorienbedarfs gedeckt. Eine Allergie ist oft sehr schwer nachzuweisen. Neben der Zöliakie, einer Autoimmunerkrankung, gibt es die Weizenallergie oder Glutensensivität. Bei der Weizenallergie handelt es sich um eine Immunreaktion auf die Eiweiße im Weizen. Der Körper reagiert mit fließender Nase, Hautreaktionen, Magen-Darm-Problemen oder Asthma. Betroffen sind nicht nur Kinder, auch bei Erwachsenen tritt diese Allergie oft auf. Etwa 1 Prozent der in Europa lebenden Menschen leiden an einer Zöliakie. Diese Autoimmunerkrankung, die oft genetisch bedingt ist, treten meistens direkt im Säuglingsalter auf. Typische Anzeichen sind abnormale Stühle, Blähungen, Blutarmut und Eisenmangel. Hier hilft nur konsequentes Meiden der krankmachenden Substanzen. Manchen Menschen leiden an einer sogenannten Glutensensivität. Sie werden geplagt von Magen-Darm Beschwerden, Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall bis hin zu Müdigkeit, Kopf-, Muskel-, oder Gelenksschmerzen, Taubheitsgefühl, Hautausschlag, Depression und Angst. Die Diagnose ist sehr schwierig, da vorab eine Allergie und Zoliakie ausgeschlossen werden müssen.

Kuhmilch

Kleinkinder leiden häufiger an einer Kuhmilchallergie als ältere Kinder oder Erwachsene. Der Grund hierfür ist eine Intoleranz gegenüber Laktose. Diese kann im Laufe der Zeit verschwinden, wenn der Körper sich an Milch gewöhnt hat. Verträgt man keine Kuhmilch gibt es eine Menge Alternativen: Soja- und Haferdrinks eignen sich sehr gut für Kaffee, Tee, zum Backen und Kochen. Mandel- und Kokosdrinks sind ideal im Müsli und anderen Süßspeisen und Reisdrink ist eine weitere Alternative für alle, die es eher geschmacksneutral und kalorienarm lieben. Auch auf Joghurt, Quark und Käse muss man bei einer Allergie heutzutage nicht mehr verzichten. So ist ein Ersatz aus Cashewkernen oder Mandeln auch eine leckere Alternative.

Nüsse

 

Mandeln, Haselnüsse, Cashew, Pekan- und Paranüsse, Pistazien und Walnüsse sind reich an ungesättigten Fettsäuren. Daher sollten sie im Speiseplan als gesunde Zutat nicht fehlen. Allerdings können einige von ihnen schwere allergische Reaktionen auslösen. Am besten lässt man sich bei ersten Symptomen bei einem Allergologen testen, welche Nüsse man verträgt und welche nicht. 

Obst

 

Fruchtzucker steckt nicht nur in Obst, sondern auch in vielen anderen Lebensmitteln. Manche Menschen leiden an einer Fructose-Intoleranz, die ähnlich Symptome einer Allergie aufzeigen. Üblich sind Blähungen, Durchfall und Bauchkrämpfe sehr zeitig nach dem Essen. Bei einer Unverträglichkeit wird der aufgenommene Fruchtzucker im Dünndarm nicht verarbeiten. Der Zucker gelangt unverdaut in den Dickdarm und wird dort von Bakterien zersetzt. Das verursacht die genannten Symptome. Wer Fructose schlecht verträgt, sollte trotzdem nicht auf Obst verzichten. Es gibt Sorten, die besser vertragen werden als andere. Aufgrund von Kreuzallergien kann man sehr empfindlich auf Südfrüchte, Kiwis, Steinobst oder Mangos reagieren. Auf kleinste Menge kann das Immunsystem mit einer starken Abwehrreaktion antworten.

KREUZALLERGIEN

Viele Pollenallergiker zeigen nicht nur bei Baum- und Gräserpollen eine allergische Reaktion, sondern häufig auch gleichzeitig auf verschiedene Lebensmittel, wie Obst, Nüsse oder Gewürze. Manchmal ist das Immunsystem so sensibel, dass es nicht nur auf die eigentlichen Allergene reagiert, sondern auch auf alles, was dem eigentlichen Allergen in der Struktur ähnelt.

Häufige Kombinationen:

  • Birkenpollen-, Erlenpollen- oder Haselpollen -> Nüsse, Kern- und Steinobst, Kiwis, Sellerie, Karotten oder rohe Kartoffeln
  • Beifußpollen -> Petersilie, Pfeffer oder Paprikapulver, außerdem Karotten, Sonnenblumenkerne, Sellerie oder Mangos
  • Gräser- und Getreidepollen -> Mehl und Kleie, Tomaten oder Hülsenfrüchte
  • Hausstaubmilben-Allergiker -> Krustentieren, Muscheln oder Schnecken

Quelle: allergiecheck.de

 


Einige Lebensmittel lösen im Köper allergieähnliche Symptome, wie Juckreiz, Halskratzen, Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall aus. Hier kann es sich um eine Histamin-Unverträglichkeit handeln. Diese wird durch einen Überschuss an Histamin im Körper ausgelöst und bringt allergieähnliche Symptome mit sich.

ERNÄHRUNG BEI LEBENSMITTELALLERGIEN

  • Vorzugsweise selber kochen mit frischen, regionalen Bio-Lebensmitteln.
  • Keine Fertigprodukte essen.
  • Allergie-auslösende Stoffe unbedingt meiden.
  • Gegarte Lebensmittel sind oft besser verträglich als rohe.
  • Nur eine begrenzte Anzahl an Lebensmitteln pro Tag essen.
  • Geschälte, erhitzte oder zerriebene Obst- und Gemüsesorten sind oft verträglicher.
  • Einzelne Gewürze nutzen, Gewürzmischungen meiden.
  • Stress und Alkohol können allergische Reaktionen verstärken.

Nährstoffe für das gesunde Immunsystem

VITAMIN C: Vitamin C kann als Antioxidans den Körper vor allergische Reaktionen schützen, erhöht die Abbaugeschwindigkeit von Histamin und unterstützt das gesunde Immunsystem. Da man auf Vitamin C-reiche Südfrüchte allergisch reagieren kann, empfiehlt es sich auf Gemüse zurückzugreifen. Rote Paprika, verschiedene Kohlsorten, Spinat und Meerrettich sind gesunde Vitaminbomben.  

KALZIUM: In der traditionellen Naturheilkunde ist Kalzium das Mittel der Wahl bei allergisch bedingten Hautbeschwerden mit starkem Juckreiz und Quaddelbildung. Außerdem unterstützt es die normalen Funktionen von Verdauungsenzymen. Wer regelmäßig Fenchel, Spinat, Mangold und Grünkohl in den Ernährungsplan einbaut, ist gut mit Kalzium versorgt.  

ZINK: Im Zusammenhang mit Heuschnupfen ist das Spurenelement schon länger bekannt. Es kann die Symptome eines allergischen Schnupfens lindern und hemmt die Bildung von Histamin. Ein guter pflanzlicher Lieferant für Zink ist Weizenkleie. Bei einer Weizenallergie, Zöliakie oder Glutensensivität kann man auf Kürbiskerne zurückgreifen.

VITAMIN D: Eine Allergie weist auf ein Ungleichgewicht im Immunsystem hin. Vitamin D unterstützt mit seiner Funktion das gesunde Immunsystem und verbessert gleichzeitig die Aufnahme von Kalzium. Etwa 90 Prozent des Bedarfs an Vitamin D wird durch die Sonnenstrahlen über die Haut produziert. Wer möchte kann seine Ernährung mit entsprechenden Präparaten ergänzen. In Lebensmitteln kommt Vitamin D in hohen Mengen sehr selten vor. Wer es verträgt, kann seinen Speiseplan mit Aal, Sprotte, Makrele und Lachs ergänzen. Diese Fischsorten enthalten bis zu 90 Mikrogramm Vitamin D pro 100 Gramm.

Bei Unverträglichkeiten stehen Ihnen die Reformhaus-Fachberater:innen in allen VITA NOVA Reformhaus Filialen zur Seite.

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